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Wasserbett statt Parkbank

März 1st, 2010 · No Comments

Dass sich nicht jeder ein eigenes Wasserbett besitzen kann, ist einfach nur natürlich. Nicht jeder gehört zur gut bis besser verdienenden Schicht, die zumindest durch emsiges Sparen ein solches Luxusbett ermöglichen können. Der Weg zum Wasserbett, wobei das Bett hier eher das Synonym für Reichtum ist, ist bei manchen steinig und von vielen unvorhergesehenen Ausgaben unterbrochen. Bei manchen ist das einstige Ziel von Wohlstand und Glück schnell ausgeträumt. Eine Scheidung, eine fehlende Ausbildung, eine Krankheit: Viele Ursachen gibt es, warum man sich plötzlich weit weg vom Wasserbett im sozialen Aus befinden kann. Stolz und Scham sind die Ursache dafür, dass man sich keine Hilfe wohnt, sondern auf der Straße lebt, statt sich nach Feierabend eine schöne Zeit machen zu können.

Vom Betteln und Schnorren bekommt man kein Wasserbett und auch sonst nichts, was mit Luxus zu tun hat. Es sind einige wenige Schicksale, die den Weg aus dem sozialen Sumpf wieder schaffen, zurück in ein Leben mit Perspektive. Dass man wieder eine Perspektive hat, bedeutet nicht, dass man sich nun alles ermöglichen und leisten kann, was man möchte. Auch die Bruchlandung, die wieder auf der Parkbank landet, ist immer noch denkbar, auch wenn der Absprung einst geschafft wurde. Die meisten Obdachlosen kommen aus dem traurigen Dasein zwischen Überlebensangst, Alkoholgedümpel und Beschaffungsnöten nicht wieder heraus und fristen ihre letzten Tage noch in menschenunwürdigen Umgebungen. Ein Wasserbett haben sie höchstens im Schaufenster gesehen, vor dem sie saßen und um einige Cent gebettelt haben. Diese Unterschiede in der Gesellschaft hat es schon immer gegeben und auch in Zukunft wird man darüber lesen, hören und Geschichten schreiben. Ein Ansporn, vielleicht doch ab und an ein paar Münzen in einen Sammelhut zu werfen?